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11. - 12. Etappe der Wandertagswimpel-Wanderung

von Bad Wildungen nach Fellbach

Samstag und Sonntag, 11.-12. Juni

Bad Wildungen, Jagdschloss Krähberg - Neunkirchen - Neckarzimmer (57,5 km)

Teilnehmer: Conny Nehiba (Beisitzerin Komm mit – Wanderverein Bad Wildungen), Kurt Thurow, Stadtmarketing Bad Wildungen (Shuttleservice), Ute Kühlewind (Schriftführerin Komm mit – Wanderverein Bad Wildungen und Stadtmarketing Bad Wildungen).

 

Start

Am Freitagnachmittag sind wir von Bad Wildungen Richtung Hesselbach zu unserer Unterkunft „Grünvogels Grüner Baum“ gefahren. Hier sind Wanderer, Radfahrer und Biker willkommen, das konnte man schon am Besuch der Gäste vor dem Haus in der Außengastronomie sehen. Die freundliche Wirtin unterhielt sich gern mit ihren Gästen und es gab gute Hausmannskost wie z.B. selbstgemachte Maultaschen vom Chef des Hauses zubereitet. Die Unterkunft liegt im idyllisch von Wald und Feld umgegebenen Hesselbach, wo sich Fuchs und Hase noch gute Nacht sagen. So schliefen wir wie die Murmeltiere.

 

Samstag, 11.6.22  Bad Wildungen,  Jagdschloss Krähberg – Ruine Stolzeneck bis Neunkirchen, 32 km

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem guten Frühstück  zum Ausgangspunkt unserer heutigen Etappe, dem Jagdschloss Krähberg. Am Fuße des Jagdschlosses brachen wir um kurz nach 9 Uhr zur 11. Etappe bei herrlichem Sonnenschein und Vogelgezwitscher auf. Kurt Thurow, unser Shuttleservice-Mann, verabschiedete uns mit einem herzlichen „Frisch auf!“.

Gut gelaunt und voller Tatendrang gingen wir drei, Conny, Wanderhund Fred und ich viele Kilometer durch den wunderschönen Odenwald. Ein Glück, dass wir etliche Waldstrecken wandern konnten, denn der Schatten der Bäume tat uns bei der immer größer werdenden Hitze gut.

Unterwegs, am frühen Vormittag kamen wir an einem „Zwitscherkasten“ vorbei. Wir dachten zunächst es handele sich um einen Stempelkasten. Weit gefehlt, als wir den kleinen Kasten öffneten, standen dort einige Flaschen Schnaps, Schnapsgläschen und ein Säckchen mit Gummibärchen lag im Kasten. Wir mussten herzhaft lachen und ließen es uns nicht nehmen mit einem Pflaumen- und einem Birnenschnaps auf die 11. Etappe anzustoßen. „Eine witzige Idee,“ dachten wir,“ die Wanderung kann so weitergehen, ob wir dann allerdings jemals am Ziel ankommen, ist fraglich. Der Zwitscherkasten blieb einmalig. Weiter ging es.

Wir durchquerten die Orte Ober-Sensbach und Hebstahl und kamen an dem höchsten Baum im Naturpark Neckartal-Odenwald entlang des Neckarsteigs vorbei, einer ca. 65 m hohen Douglasie. Danach ging es weiter durch den schönen Ort Eberbach, wo uns immer wieder eine kunstvolle Darstellung des Ebers begegnete. Schließlich überquerten wir wieder einmal den Neckar und kamen an der Burgruine Stolzeneck an. Die Ruine war leider gesperrt, so dass wir zunächst etwas enttäuscht waren nicht mehr von der Ruine sehen zu können. Aber als uns eine kleine Gruppe Wandersleute aus der Ruine entgegenkam und uns Mut machte, einfach hinein zu gehen, aber vorsichtig zu sein, gingen wir schließlich auch an der Absperrung vorbei und hinein in die Burgruine. Die Ruine war immer noch imposant anzusehen, wir konnten erahnen wie sie einmal als Burg, um die Verkehrswege auf dem Neckar zu sichern, ausgesehen haben musste. Um das Jahr 1200 wurde sie als Reichsburg erbaut und im Laufe der Jahre immer wieder an Adelsfamilien entlehnt, wie das früher so üblich war. Leider gab es irgendwann keine Lehnsherren mehr und so verfiel sie allmählich. Heute gehört diese Burg wie zahlreiche andere Burgen entlang des Neckars dem Land Baden-Württemberg.

Unmittelbar nach der Burgruine Stolzeneck gingen wir weiter auf dem Neckarsteig, der an dieser Stelle offensichtlich nicht so ganz leicht zu gehen war, denn mehrere Stellen waren als Rettungspunkte markiert. Wir hatten Respekt vor diesem Teil der Strecke so kurz vor dem Tagesziel Neunkirchen. Der Weg war zwar teilweise schmal und steil, aber doch überraschend gut zu gehen. Wir hatten ja auch Glück, dass das Wetter mitspielte. Wir waren uns einig, dass wir bei Regen und Schnee diesen Weg nicht gehen würden. Wir mussten schon mehr auf den nächsten Fußtritt schauen als unsere Blicke in der Landschaft herumschweifen zu lassen.

Als wir den schmalen Steig geschafft hatten, konnten wir wieder durch Waldwege gehen, unsere Blicke schweifen lassen, auch wenn wir uns allmählich nach fast 30 km Strecke nach dem Tagesziel sehnten. Zunächst kamen wir noch an einem romantischen kleinen See mit einer neu gebauten Holzhütte vorbei und dachten nur:“ Schade, dass hier jetzt keiner grillt.“ Nach einer kurzen Verschnaufpause gingen wir die letzten 2 km Waldweg an. Komisch war nur, dass 2 km plötzlich so lang sein können. Kurz vor dem Tagesziel entdeckten wir auch noch einen Stein, der der Ermordung einer jungen Frau gewidmet war. Ein Glück handelte es sich um eine Sage, die lange, lange her war. Doch dann waren wir am Ziel.

Kurz vor dem Sportplatz Neunkirchen holte Kurt Thurow, unser treuer Shuttleservice-Begleiter uns wieder ab. Wir waren froh und glücklich bei der Hitze die 32 km gut bewältigt zu haben. Unser Wanderhund Fred freute sich mit uns und schlief sofort im Auto ein. Ab ging es in unser Hotel nach Neckar-Wimmersbach gegenüber von Eberbach. Dort angekommen, fuhren wir nach einer kurzen Erfrischung zum Abendessen in die Innenstadt von Eberbach. Bei einem italienischen Essen und einem guten Getränk ließen wir den sommerlichen Abend ausklingen.

 

Sonntag, 12.6.22 Neunkirchen – Neckarzimmer, 25,5 km

Am Sonntagmorgen, nach dem Frühstück, fuhren wir gegen 8.45 Uhr zum Sportplatz nach Neunkirchen. Dort starteten wir um 9 Uhr in Richtung Neckarzimmer, unserem Tagesziel. Der Naturpark Neckar-Odenwald und der Neckarsteig gefielen uns sehr. Zwar ging es immer wieder Bergauf und Bergab und durch kleine Orte, die im Tal lagen, aber die Strecke war landschaftlich einmalig.

Gleich zu Beginn der Tour kamen wir an der Minneburg vorbei. Wieder eine Burgruine, die vor vielen, vielen Jahrhunderten als Sicherung der Verkehrswege auf dem Neckar erbaut wurde, ebenso wie die Burg Stolzeneck. Auch die Minneburg-Ruine gehört heute dem Land Baden-Württemberg und war leider zur Besichtigung so gesperrt, dass keiner hinein konnte. So gingen wir um die Ruine und genossen die herrlichen Ausblicke von der Burg auf den Neckar.

Weiter ging es auf dem Neckarsteig Richtung Neckargerach. Wieder wanderten wir den Berg hinunter durch Neckargerach über den Neckar und wieder den Berg hinauf auf dem Neckarsteig entlang zu der rund 300 m langen Margarethenschlucht. Hier verliert eigentlich der Flursbach an Höhe und plätschert dabei über acht Wasserfallstufen. Der größte Wasserfall auf dem Neckarsteig bringt es auf eine Höhe von zehn Metern.

Der Neckarsteig folgt dem kleinen Margarethenschlucht-Pfad. Das Passieren empfiehlt sich nur bei guter Witterung, und die hatten wir. Es war eigentlich viel zu warm, doch wir kamen am Vormittag an der Schlucht an, so dass wir guten Mutes die Schlucht bestiegen. Es ging auf einem schmalen Steinweg stetig bergauf. Wenn wir bisher nicht viele Wandersleute trafen, so schienen sich heute hier alle versammelt zu haben, um diese Schlucht mit Kind und Kegel zu erklettern, anders kann man den Weg nicht beschreiben. Leider war kein Wasser da, es war einfach lange Zeit schon zu trocken. Das machte uns Sorgen, aber dennoch erklommen wir die Schlucht. Die Schlucht war auch ohne Wasserfall ein Erlebnis. Oben angekommen, gönnten wir uns und Wanderhund Fred eine wohlverdiente Mittagspause. Danach ging es weiter, etwas entspannter, auf dem Neckarsteig.

Wir kamen an Guttenbach vorbei. Vor Diedesbach gingen wir am Schreckberg entlang. Der Schreckberg gilt als Naturschutzgebiet für Heuschrecken verschiedener Art. Wir sahen zwar keine Heuschrecken, dafür aber herrliche Ausblicke auf den Neckar und einige Tafeln, die die Heuschreckenarten näher beschrieben. Kein Wunder, bei 30 Grad im Schatten haben bestimmt auch die Heuschrecken keine Lust sich zu zeigen oder Töne abzugeben.

Schließlich ging es wieder bergrunter und wir kamen in Mosbach an. Conny Nehiba hatte die erfrischenste Idee des Tages. Sie lud mich auf einen Eiskaffee in Mosbach ein. Leider hatten wir die Rechnung ohne unseren treuen Wanderhund Fred gemacht. Er war fertig von der Hitze. Kaum durchquerten wir in Mosbach die erste Unterführung, legte er sich hin und wollte nur noch im Kühlen ausruhen. Wir gönnten ihm die Pause, informierten vorsorglich schon Kurt, dass er uns womöglich schon in Mosbach abholen muss, wenn Fred nicht mehr weiter wandern kann. Ein Glück, dass Kurt immer in unserer Nähe war.

Nach einer kurzen Pause, konnte Conny ihren Fred motivieren bis zum nächsten Eiscafé in Mosbach zu gehen.  Dort angekommen, fanden wir zum Glück gleich einen Platz. Fred legte sich unter Connys Stuhl und ruhte sich aus, während wir uns mit einem Eiskaffee erfrischten. Leicht erfrischt lagen nun die letzten 5 km vor uns. Wie konnte es anders sein, es ging auch in Mosbach wieder steil bergauf. Keiner hatte offensichtlich ein Einsehen mit den Wanderern auf dem Neckarsteig. Es musste immer wieder steil bergauf gehen. Schritt für Schritt gingen Conny, Fred und ich bergauf. Schließlich hatten wir die letzte Höhe im Schatten der Bäume erreicht. Danach ging es ein Stück „gerade Wegs“,  und wieder bergab nach Neckarzimmer. Der letzte Abstieg hatte es aber noch mal in sich. Ein schmaler, steiler Pfad führte hinab nach Neckarzimmer. Bei schlechtem Wetter hätten wir hier kaum eine Chance gehabt. Wir waren uns einig, dass dieser Abstieg auf dem Neckarsteig dringend verbessert werden muss und eher Rettungspunkte benötigt als der Steig nach der Burg Stolzeneck.

Glücklich und selig kamen wir schließlich gegen 17.30 Uhr in Neckarzimmer an. Kurt hatte die gute Idee, uns einen Salat für die Rückfahrt zu besorgen. Fred stärkte sich ebenso wie wir mit Abendessen und verschlief die komplette Rückfahrt, während wir Kurt beim Autofahren von unserer Tagesetappe erzählten.

Gegen 21.30 Uhr kamen wir in Bad Wildungen an. Fred sprang  dieses Mal etwas gemächlicher aus dem Caddy und freute sich, dass er wieder zuhause angekommen war. Wir auch. Frisch auf und ein dickes Dankeschön an Kurth Thurow, der uns wieder gut gefahren und betreut hat!

Impressionen

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